Sicherheitsführerschein: IT-Sicherheitsschulung mit Prüfung und Urkunde
Die kostenlose Schulung „Ein Tag im Betrieb“ für alle Mitarbeiter besteht aus elf Modulen mit 37 Situationen, in denen Sie entscheiden und danach sehen, was aus jeder Entscheidung geworden wäre. Anschließend folgt eine Prüfung mit 22 zufälligen Fragen aus einem Pool von 63; ab 80 % ist sie bestanden, und Sie erhalten eine Urkunde mit Prüfcode, gültig zwölf Monate. Die Schulung dauert 30 bis 40 Minuten und lässt sich in Etappen absolvieren. Alle Antworten bleiben im Browser.
Schulung in der Desktop-Ansicht starten IT-Sicherheitskonzept Phishing-Test
Warum eine Schulung mit Nachweis
NISG 2026: Seit 1. Oktober 2026 müssen wesentliche und wichtige Einrichtungen ihren Mitarbeitern regelmäßig Schulungen zur Cybersicherheit anbieten (§ 31 NISG 2026). Ein Intervall nennt das Gesetz nicht; üblich ist eine jährliche Wiederholung. Die Urkunde dieser Schulung ist der Nachweis des Angebots und der Teilnahme.
Lieferkette: Auch Betriebe, die nicht direkt betroffen sind, werden von NIS-pflichtigen Kunden nach Schulungen gefragt. Wer die Urkunden vorlegen kann, hat die Antwort.
Leitungsorgane: Geschäftsführung und Vorstand müssen an Schulungen teilnehmen, die speziell für sie gestaltet sind (§ 31 Abs. 2 NISG 2026). Das optionale Modul für die Geschäftsführung erklärt, was dort behandelt wird, ersetzt diese Schulung aber nicht. Wir bieten sie als eigenes Format an, vor Ort oder online, mit Teilnahmebestätigung; Details besprechen wir in der Erstberatung.
So funktioniert es
- Elf Module in der Reihenfolge eines Arbeitstags, jedes drei bis fünf Minuten. In jeder Situation wählen Sie, was Sie tun würden. Falschliegen ist erwünscht; die Folge erklärt, warum.
- Am Ende jedes Moduls das Wichtigste in vier Sätzen und eine Praxisaufgabe in der Desktop-Ansicht.
- Nach allen Modulen folgt die Prüfung mit 22 Fragen: Multiple Choice, Richtig oder Falsch, Nachrichten zum Anklicken und nachgebaute Anmeldeseiten mit Fehlersuche. Ab 80 % ist sie bestanden; wer darunter liegt, darf die falsch beantworteten Fragen einmal wiederholen.
- Urkunde mit Name, Datum, Ergebnis, Modulen, Abzeichen und Prüfcode, zum Drucken oder als PDF.
Die Module
08:10 · 01 Phishing und Social Engineering
Der Tag beginnt mit 14 neuen Nachrichten. Zwei davon sind nicht das, wofür sie sich ausgeben. Phishing lebt davon, dass Sie schnell handeln, statt kurz zu prüfen.
- Die Rechnung vom Lieferanten
- Die Dateifreigabe
- Zu spät bemerkt
07:50 · 02 Passwörter und Multi-Faktor-Authentifizierung
Anmeldung am Arbeitsplatz. Das Passwort ist dasselbe wie für den Webshop, den Streamingdienst und das Vereinsforum. Einer davon wurde letztes Jahr gehackt.
- Ein Passwort für alles
- Die Bestätigung am Handy
- Wohin mit den Passwörtern
- Besser als jeder Code
13:00 · 03 Sitzungsdiebstahl trotz MFA
Nach dem Mittagessen öffnet sich ein Tab: „Ihre Sitzung ist abgelaufen, bitte erneut anmelden.“ Genau diese Masche läuft derzeit gehäuft gegen Microsoft-365-Konten, und sie funktioniert auch mit Multi-Faktor-Authentifizierung.
- Die Anmeldung dazwischen
- Zwei Wochen später
- Woran man es früher merkt
11:00 · 04 Arbeitsplatz, Geräte und Besucher
Nicht jeder Angriff kommt per E-Mail. Manche liegen am Parkplatz, stehen am Gang oder sitzen zehn Minuten an Ihrem ungesperrten Rechner.
- Der Fund am Parkplatz
- Der freundliche Besucher
- Der Kaffee
- Der Drucker
09:30 · 05 Updates, Administratorrechte und falsche Hilfe
Der Rechner will seit drei Wochen neu starten. Ein Pop-up behauptet, der PC sei infiziert. Und für das neue Programm braucht man „nur kurz“ das Administratorpasswort.
- Später erinnern
- Der rote Bildschirm
- Nur kurz Administrator
15:10 · 06 Erpressungstrojaner und Datensicherung
Um 15:10 bekommen Dateien am Netzlaufwerk seltsame Endungen, Dokumente lassen sich nicht mehr öffnen, der Rechner wird langsam. Ab jetzt zählt jede Minute.
- Die ersten Minuten
- Der Brief
- Die Sicherung
16:00 · 07 Homeoffice, Mobilgeräte und fremdes WLAN
Nach 16 Uhr geht es ins Hotel, morgen ist Außentermin. Dabei sind das Firmennotebook und das private Handy mit Firmenmails und im Hotel wartet ein WLAN namens „Hotel_Gast_Free“.
- Das Hotel-WLAN
- Das Handy ist weg
- Das Familiennotebook
10:15 · 08 Betrug per Telefon, Rechnung und QR-Code
Nicht jeder Angriff braucht Technik. Ein Anruf, ein Brief und ein Aufkleber reichen, wenn jemand nicht nachfragt.
- Der Anruf
- Die neue Bankverbindung
- Der Aufkleber
14:00 · 09 Datenschutz im Alltag
Datenschutz ist kein Formular, sondern das, was zwischen Autovervollständigung, privatem Handy und alter Festplatte passiert.
- Der falsche Empfänger
- Die Liste fürs Wochenende
- Die alte Festplatte
17:00 · 10 Im Ernstfall: melden, nicht basteln
Um 17:00 fällt Ihnen auf, dass Sie am Vormittag doch auf den Link geklickt haben. Ab jetzt entscheidet nicht der Fehler, sondern was Sie damit tun.
- Die Erkenntnis
- Was Sie nicht tun
- Der Meldeweg
17:30 · 11 KI im Betrieb: nutzen, ohne sich zu verraten
Kurz vor Feierabend zeigt ein Kollege den KI-Assistenten, mit dem er seit zwei Wochen E-Mails, Protokolle und Angebote schreibt. Er spart jeden Tag eine Stunde. Die Frage ist nicht, ob Sie KI nutzen, sondern was Sie hineingeben, was Sie glauben und was Sie prüfen.
- Die Kundenliste im Chat
- Die sichere Antwort
- Die Stimme des Geschäftsführers
- Die Zusammenfassung mit Nebenwirkung
- Das Protokoll
18:00 · Für die Geschäftsführung: Pflichten, Haftung, Entscheidungen (optional)
Nach 18 Uhr bleibt die Frage, die nur die Leitung beantworten kann: Was ist uns Sicherheit wert, und wer trägt die Verantwortung, wenn es schiefgeht? Dieses Modul erklärt die Pflichten. Es ersetzt nicht die speziell gestaltete Schulung für Leitungsorgane nach § 31 Abs. 2 NISG 2026.
- Betroffen oder nicht
- Die Pflichten der Leitung
- Die Schulungspflicht
- Die KI-Richtlinie
- Die Meldung
Abzeichen und Stufen
Module bringen Punkte, die Prüfung mehr, und beim Erkunden der Desktop-Ansicht gibt es Abzeichen: für den Phishing-Test, die gefundene Diskette, den Drucker mit Werkspasswort, die Köderdatei, den Honeypot und WarGames. Die Stufen heißen Gast, Benutzer, Hauptbenutzer und Sicherheitsbeauftragter. Abzeichen stehen auf der Urkunde.
Häufige Fragen
Was wird übertragen?
Nur anonyme Zählimpulse: begonnen, Modul abgeschlossen, Prüfung bestanden oder nicht bestanden, Urkunde gedruckt. Dazu eine zufällige Durchlaufnummer, die nur die Signale desselben Durchlaufs verbindet. Übertragen werden weder Name noch Antworten noch Punktzahl.
Was ist der Prüfcode?
Ein Hash aus Name, Datum, Ergebnis und Katalogstand, im Browser berechnet. Wer eine Urkunde vorgelegt bekommt, trägt die Angaben in der Desktop-Ansicht unter „Prüfcode prüfen“ ein und sieht, ob der Code dazu passt. Es gibt keine Datenbank dahinter; der Code schützt vor nachträglichen Änderungen, nicht vor Fälschung mit Quelltext.
Wie lange gilt die Urkunde?
12 Monate. Danach erinnert die Desktop-Ansicht an die Auffrischung. Die Prüfung zieht jedes Mal neue Fragen.
Reicht das für die Geschäftsführung?
Als Überblick ja, als gesetzliche Leitungsorgan-Schulung nein. Dafür braucht es ein eigens gestaltetes Format, das wir anbieten.
Gibt es das auch für die Familie?
Ja. Sicher daheim erklärt Enkeltrick, falsche Paketdienste, Fake-Shops und Bank-Anrufe für Eltern, Großeltern und Jugendliche, mit Prüfung und Urkunde. Mitarbeiter dürfen die Schulung gern weitergeben.
Fachlicher Stand des Katalogs: 14.10.2026. Grundlage: NISG 2026, NIS2-Richtlinie, Art. 32 DSGVO. Keine Rechtsberatung.