Sicher daheim: kostenlose IT-Sicherheitsschulung für die Familie
Sieben Module erzählen eine Woche bei Hilde, Sabine und Lukas: die Nachricht vom angeblichen Kind, das Paket beim Zoll, der Fake-Shop, der Anruf von der „Bank“, die Geldanlage vom Bekannten, das Handy der Kinder und zum Schluss das Aufräumen bei Passwörtern und Fotos. In 22 Situationen entscheiden Sie, was Sie raten würden, und sehen, was daraus geworden wäre. Danach folgt eine Prüfung mit 14 Fragen aus einem Pool von 33; ab 80 % ist sie bestanden, und Sie erhalten eine Urkunde mit Prüfcode. Die Schulung dauert 25 bis 30 Minuten, lässt sich in Etappen absolvieren und läuft auch am Handy. Ohne Anmeldung, ohne Kosten, ohne Werbung; alles bleibt im Browser.
Schulung in der Desktop-Ansicht starten Für den Betrieb: Sicherheitsführerschein
Für wen
Für Eltern, Großeltern, Jugendliche ab etwa 14 Jahren, Vereine und Nachbarschaften. Die Angriffe, die Betriebe treffen, beginnen oft privat: die Nachricht vom angeblichen Kind, der Anruf der falschen Bank, der Fake-Shop. Wer sie daheim erkennt, erkennt sie auch im Büro. Mitarbeiter dürfen die Schulung gern an die Familie weitergeben.
Hilde (72) ist in Pension, ihre Tochter Sabine (46) arbeitet in der Buchhaltung eines Metallbaubetriebs, Lukas (15) ist Sabines Sohn. Alle Namen, Firmen, Nummern und Konten sind erfunden.
So funktioniert es
- Sieben Module von Montag bis Sonntag, jedes drei bis fünf Minuten. In jeder Situation wählen Sie, was Sie raten würden. Falschliegen ist erwünscht; die Folge erklärt, warum.
- Am Ende jedes Moduls das Wichtigste in vier Sätzen und eine Übung in der Desktop-Ansicht.
- Nach allen Modulen die Prüfung: Multiple Choice, Richtig oder Falsch und Nachrichten zum Anklicken. Ab 80 % ist sie bestanden; wer darunter liegt, darf die falschen Fragen einmal wiederholen.
- Die Urkunde mit Namen, Ergebnis, Themen und Abzeichen: drucken, teilen oder an den Kühlschrank hängen.
Die Module
Mo · 01 Die Nachricht vom Kind
Montagvormittag. Hilde sitzt beim Kaffee, das Handy brummt. Eine Nachricht von einer unbekannten Nummer: „Hallo Mama, mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Nummer. Speicher sie bitte ein.“ Sabine ist in der Arbeit und gerade nicht erreichbar. So beginnt die häufigste Betrugsmasche in Österreich.
- „Hallo Mama, neue Nummer“
- Der Schockanruf
- „Ich kann gerade nicht telefonieren“
- „Bitte stimm für meine Enkelin ab“
Merken Sie sich: Rückruf immer auf der alten, gespeicherten Nummer, nie auf der neuen. Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht verlangen nie Geld am Telefon. Auflegen ist erlaubt. Wer Druck macht, hat es nicht eilig. Er will Sie nur nicht nachdenken lassen. Ein Familien-Codewort, das nur die Familie kennt: mündlich vereinbart, nirgends aufgeschrieben. Ein Code, der auf Ihr Handy kommt, ist der Schlüssel zu Ihrem Konto: nie weitergeben, nirgends eintippen, auch nicht zum Abstimmen. Unter „Verknüpfte Geräte“ nachsehen, wer mitliest.
Di · 02 Das Paket, das nie kam
Dienstag. Sabine hat am Wochenende Winterreifen bestellt und wartet auf die Lieferung. Um 07:40 kommt eine SMS: „Ihr Paket wartet beim Zoll. Zahlen Sie die Gebühr von 2,99 Euro, sonst geht es zurück: post-paket-info.net“. Wer gerade auf ein Paket wartet, ist die beste Zielgruppe.
- Die Zollgebühr
- Der Zettel im Postkasten
- Die Mail vom Paketdienst
Merken Sie sich: Paketdienste verlangen keine Gebühren per SMS-Link oder E-Mail-Link. Innerhalb der EU gibt es keinen Zoll. Die Sendungsnummer gehört in die offizielle App oder auf die offizielle Seite, die Sie selbst aufrufen. Ein QR-Code ist eine Internetadresse in Punkten. Wohin er führt, sieht man erst danach. Kleine Beträge sind der Köder. Die Kartendaten sind die Beute.
Mi · 03 Der Schnäppchen-Shop
Mittwoch. Lukas hat die Turnschuhe gefunden, die alle in der Klasse haben: 59 statt 149 Euro, „nur noch 3 Stück“. Der Shop heißt sneaker-outlet-24.shop und nimmt nur Vorkasse. Gleichzeitig verkauft Sabine das alte Fahrrad auf einem Kleinanzeigen-Portal. Zwei Geschäfte, zwei Fallen.
- 60 Prozent unter Preis
- Der Käufer auf dem Kleinanzeigen-Portal
- Die Rechnung für etwas, das niemand bestellt hat
Merken Sie sich: Vorkasse an einen unbekannten Shop ist Geld, das weg ist. Ein Preis weit unter allen anderen ist kein Glück, sondern das Lockmittel. Impressum, Bewertungen außerhalb des Shops, bekannte Zahlungsarten: drei Minuten Prüfung vor jeder Bestellung. Wer Geld bekommt, gibt keine Kartendaten ein. Niemals. Rechnungen für etwas, das Sie nie bestellt haben, beantwortet man nicht und öffnet man nicht.
Do · 04 Die Bank ruft an
Donnerstag. Um 09:10 ruft die Bank bei Hilde an, am Display steht die Nummer der Filiale. „Guten Morgen, Sicherheitsabteilung. Jemand bucht gerade 1.900 Euro von Ihrem Konto ab. Wir stornieren das, Sie müssen die Stornierung nur in Ihrer App bestätigen.“ Die Bank-App zeigt tatsächlich eine Freigabe an.
- Die verdächtige Buchung
- Der Microsoft-Support
- Die Mail „Konto gesperrt“
Merken Sie sich: Die Bank fragt nie am Telefon nach PIN, TAN oder einer Freigabe in der App. Jede Freigabe lesen, bevor Sie tippen. Auflegen und selbst anrufen, unter der Nummer auf der Bankkarte. Die angezeigte Nummer kann gefälscht sein. Fernzugriff auf Ihren Computer bekommt niemand, der anruft. Microsoft ruft nicht an. Zum Konto geht es über die App oder die selbst eingetippte Adresse, nie über einen Link aus E-Mail oder SMS.
Fr · 05 Zu gut, um wahr zu sein
Freitag. Drei Angebote an einem Tag: Ein Bekannter schwärmt im Chat von einer Geldanlage, ein Arzt im Auslandseinsatz schreibt Hilde seit Wochen liebe Nachrichten, und Lukas findet einen Nebenjob, bei dem man nur Zahlungen weiterleiten muss. Alle drei haben eines gemeinsam: Sie klingen zu gut, um wahr zu sein. Und sind es auch.
- Die Geldanlage vom Bekannten
- Die große Liebe im Ausland
- Der Nebenjob
Merken Sie sich: Gewinne, die jeder machen könnte, macht niemand. Für eine Auszahlung zahlt man nie ein. Bei einer Anlage-Empfehlung im Chat: den Bekannten anrufen. Sein Konto kann übernommen sein. Liebe braucht kein Geld per Überweisung. Wer nie in den Videoanruf kommt, hat einen Grund. Wer Ihr Konto für Zahlungen braucht, macht Sie zum Täter. Ablehnen, melden.
Sa · 06 Das Handy der Kinder
Samstag. Die Kreditkartenabrechnung zeigt 240 Euro für ein Handyspiel. Lukas hat Spielwährung gekauft, die Karte war seit dem Tablet-Kauf im Konto gespeichert. Es wird ein Tag, an dem Sabine und Lukas über das Handy reden. Nicht über Verbote, sondern darüber, wie es sicher wird.
- Der Kauf im Spiel
- Der Fremde im Spielchat
- Der Standort
Merken Sie sich: Reden statt verbieten. Was gemeinsam eingerichtet wird, bleibt eingerichtet. Käufe nur mit Bestätigung eines Elternteils, keine gespeicherte Karte im Kinderkonto, Familienfreigabe mit Limit. Fremde bleiben Fremde, auch im Spiel. Standort nur für Menschen, die man persönlich kennt, und nur so lange wie nötig. Wer erpresst wird, hat nichts falsch gemacht und darf es sagen. Nicht zahlen, Beweise sichern, Hilfe holen: Rat auf Draht 147, Polizei 133.
So · 07 Haus in Ordnung
Sonntag. Nach dieser Woche setzen sich die drei an den Küchentisch und räumen auf: Passwörter, der zweite Faktor für E-Mail-Postfach und Bank, Updates und die Fotos von zwanzig Jahren, die nur auf einem Handy liegen. Es dauert einen Nachmittag und hält Jahre.
- Ein Passwort für alles
- Der zweite Faktor
- Die Fotos von zwanzig Jahren
Merken Sie sich: Das E-Mail-Postfach zuerst absichern. Es ist der Generalschlüssel zu allen anderen Konten. Ein Passwort je Dienst, lang statt kompliziert, verwaltet im Passwort-Manager. Zweiter Faktor für E-Mail-Postfach und Bank: ein Tipp am Handy, der fast alle Angriffe stoppt. Updates am Handy sofort. Fotos an zwei Orten, einer davon außer Haus.
Die Übungen
- Nachrichten-App: neun Chats, wie sie am Handy ankommen. Jeder wird als echt oder Betrug eingestuft, danach folgt die Auflösung mit Merkmalen.
- Fake-Shop im Internet Explorer: eine nachgebaute Shopseite mit sechs Merkmalen zum Anklicken: Preis, Vorkasse, Impressum, Siegel, Sprache, Adresse.
- Der Anruf: die „Sicherheitsabteilung der Bank“ am Telefon. Sie wählen die Antworten, der Anrufer reagiert.
- Familien-Codewort: drei Vorschläge, zufällig gewürfelt, nirgends gespeichert.
- Checkliste Familiengeräte: 13 Punkte zum Abhaken und Drucken, vom Bildschirmcode bis zum Gespräch über den Spielchat.
Weitergeben
Die Schulung ist kostenlos für alle. In der Desktop-Ansicht gibt es einen Aushang mit QR-Code zum Drucken, für das Gemeindeamt, die Arztpraxis, das Vereinsheim oder das Schwarze Brett im Betrieb. Kurzadresse: www.t2.at/daheim führt direkt zur Schulung. Für Gemeinden, Seniorenrunden und Elternabende halten wir den Vortrag dazu, 45 Minuten mit der Seite am Beamer; Anfragen über die Erstberatung.
Häufige Fragen
Was wird übertragen?
Nur anonyme Zählimpulse: begonnen, Modul abgeschlossen, Prüfung bestanden oder nicht bestanden, Urkunde gedruckt oder geteilt. Dazu eine zufällige Durchlaufnummer, die nur die Signale desselben Durchlaufs verbindet. Übertragen werden weder Name noch Antworten noch Punktzahl.
Ab welchem Alter?
Die Geschichten sind für Erwachsene geschrieben und für Jugendliche ab etwa 14 Jahren verständlich. Modul 06 behandelt Erpressung mit Bildern ohne Details, aber mit dem Satz, auf den es ankommt: Wer erpresst wird, hat nichts falsch gemacht und darf es sagen.
Warum macht ein IT-Betrieb das?
Weil Sicherheit nicht am Werkstor endet. Wer die Maschen daheim kennt, fällt auch im Betrieb nicht darauf herein. Und weil wir Sicherheit gern erklären.
Fachlicher Stand des Katalogs: 10.10.2026. Alle Namen, Firmen, Nummern und Konten sind erfunden. Keine Rechtsberatung.